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Zukunftspläne

»Kriegt denn hier verdammt noch mal keiner einen anständigen Kaffee zustande?« Angeekelt hielt der Mann mit dem eng geschnittenen schwarzen Doc Holliday-Hemd einen Kaffeebecher von sich weg.

»Jetzt bleib mal cremig, Satchmo! Das ist das bayerische Staatspulver.«

»Verkauf mich nicht für blöd, ja!«

»Nicht so einfach, sich nach dem Urlaub wieder auf der Arbeit einzuleben, wie?«

»Ich war nicht im Urlaub, verflucht, ich war mit der Big Band der Bayerischen Polizei auf Tournee.« Hauptkommissar Frank Loscher, genannt Satchmo, stieß mit dem Fuß die Schublade zu, in der seine Kollegin Benyta gerade nach Zucker gesucht hatte.

»Hej, beinahe hatte ich meine Finger drin.«

»Scheiß drauf. Was ist los in Bocklet?«

Benyta Girndt verschränkte die Arme. Sollte sie noch länger gezwungen sein, mit Satchmo zusammenzuarbeiten, würde sie früher Invalidin werden, als sie »Pops« sagen konnte.

»Es sind ein paar viele Tote in Bocklet, das ist los. Normalerweise passiert hier nie was, außer mittelgroße Volksaufstände gegen durchgeknallte Landschaftsarchitektur, die sich nach Jahren von selber beruhigen. Aber jetzt …«

Sie warf Satchmo die Tatortfotos zu. Er rümpfte die Nase. »Okay …«

 

Copyright: Friederike Schmöe

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